AUFBAU DER FAHRAUSBILDUNG
Die Fahrausbildung ist in zwei Bereiche unterteilt:
1. Theoretischer Unterricht
2. Praktischer Unterricht
1. Theoretischer Unterricht
Ob Tiere auf der Fahrbahn, Glatteis oder eine kaputte Ampel, es gibt viele Situationen im Straßenverkehr, die du während der Fahrstunden nicht unbedingt kennen lernen wirst. Damit du dennoch gut auf die Zeit nach der Fahrschule vorbereitet bist, musst du parallel zur praktischen Führerscheinausbildung auch einen theoretischen Unterricht besuchen. Darin wird dir nach Themen sortiert alles erklärt, was du über das Autofahren sowie über das Fahrzeug wissen musst.
Der Stoff des theoretischen Unterrichts ist in den allgemeinen Teil (= Grundunterricht), den alle Bewerber besuchen müssen, und den klassenspezifischen Zusatzstoff, unterteilt.
Mindestdauer des theoretischen Unterrichts in Doppelstunden (à 90 Minuten)
| Klasse | Grundunterricht | Klassenspez. Unterricht | Gesamt |
| A, A1 | 12* | 4 | 16 |
| B | 12* | 2 | 14 |
| C | 6 | 10 | 16 |
| C bei Vorbesitz von C1 oder D1 | 6 | 4 | 10 |
| C bei Vorbesitz von D | 6 | 2 | 8 |
| CE | 6 | 4 | 10 |
| D | 6 | 18 | 24 |
| D bei Vorbesitz von C oder D1 | 6 | 8 | 14 |
| D bei Vorbesitz von C1 | 6 | 12 | 18 |
| L | 12* | 2 | 14 |
| M | 12* | 2 | 14 |
| T | 12* | 6 | 18 |
*Die Mindestdauer des theoretischen Grundunterrichts vermindert sich um 6 Doppelstunden, wenn der Bewerber bereits eine Fahrerlaubnis besitzt.
2. Praktischer Unterricht
Die praktische Fahrausbildung gliedert sich in:
. Grundausbildung
. Besondere Ausbildungsfahrten (= Sonderfahrten)
. Ausbildungsfahrten zur Vertiefung und Vorbereitung auf die praktische Prüfung
Je nach Vorkenntnissen wird die Dauer der Ausbildung von Schüler zu Schüler variieren.
Bei den Sonderfahrten ist eine Mindeststundenzahl vorgegeben.
Grundausbildung:
In der ersten Fahrstunde lernst du erst einmal das Auto und die Grundlagen des Fahrens kennen. Dein Fahrlehrer zeigt dir, wie du Spiegel und Sitz auf deine Körpergröße einstellst, wie du das Lenkrad halten musst und wie der Schalthebel und die Pedale bedient werden. Dann darfst du das Auto zum ersten Mal anlassen und schon nach einigen Anfahrübungen die ersten Meter fahren. Auch das sanfte Abbremsen und das Schalten in höhere Gänge werden bereits in der ersten Stunde geübt.
In den darauf folgenden Stunden konfrontiert dich dein Fahrlehrer mit zunehmend schwierigeren Situationen im Straßenverkehr. Außerdem lernst du Rückwärtsfahren, Wenden und Einparken.
Schließlich lernst du, auch an Stellen mit schwieriger Verkehrsführung sowie an Bahnübergängen oder im Schutzbereich von Fußgängern zu fahren.
Besondere Ausbildungsfahrten
Wenn du die Grundausbildung hinter dir hast, kannst du mit den Sonderfahrten beginnen. Wie viele Sonderfahrten du machen musst, zeigt diese Tabelle.
Auf den Überlandfahrten und auf der Autobahn sollst du lernen, bei hohen Geschwindigkeiten Abstände richtig einzuschätzen, zu überholen sowie in Kurven, Steigungen und Gefälle zu fahren. Eine besondere Schwierigkeit stellt dabei das Befahren von Kreuzungen und das Ein- und Abfahren der Schnellstraßen dar.
Bei der Nachtfahrt bespricht dein Fahrlehrer mit dir zunächst die Beleuchtung des Fahrzeuges. Dann fährst du auf unterschiedlich gut beleuchteten Straßen und übst das Einparken in der Dunkelheit. Die Nachtfahrt kann teilweise auch auf Landstraßen oder der Autobahn stattfinden.
Ausbildungsfahrten zur Vertiefung und Vorbereitung auf die praktische Prüfung
Nach den Sonderfahrten wird dich dein Fahrlehrer auf die Prüfungssituation vorbereiten. Er festigt deine bisherigen Kenntnisse und wiederholt Übungen, bei denen du noch Probleme hast. Dabei bezieht er Schnellstraßen und Überlandfahrten ein und achtet darauf, dass du umweltschonend, verantwortungsbewusst und partnerschaftlich fährst. Schließlich führt er mit dir eine möglichst realistische Prüfungssimulation durch.
Jetzt bist du bereit für die Prüfung.
