Probezeit

Geschafft! Du hast die Prüfung erfolgreich hinter dich gebracht? Gratuliere! Dann kannst du nun endlich alleine die Straßen unsicher machen. Aber denke daran: Du bist ab jetzt in der Probezeit.

1. Dauer der Probezeit
2. Verstöße gegen die Verkehrsregeln während der Probezeit
3. Sicheres Fahren, damit du auch sicher ans Ziel kommst!

Dauer

Wie lange dauert die Probezeit?
Generell gilt, dass jeder, der den Führerschein erstmalig erworben hat, 2 Jahre lang in der Probezeit ist. Die Probezeit wird im Führerschein vermerkt. Nach Ablauf dieser Zeit ist die Fahrerlaubnis automatisch unbegrenzt gültig. Die Fahrerlaubnis-Klassen L, M und T sind von der Probezeit ausgenommen.

Warum bekommt man den Führerschein nur auf Probe?
Leider sind Fahrneulinge bzw. junge Fahrer im Alter zwischen 18 und 25 Jahren besonders häufig in Unfälle verwickelt. Das Risiko, tödlich zu verunglücken, ist in dieser Altersgruppe 3 - 4 Mal so hoch wie bei allen anderen Altersgruppen. Deswegen sollen Fahranfänger veranlasst werden, besonders vorsichtig und vorschriftsmäßig zu fahren.

Verstöße

Die meisten Fahranfänger befürchten, während der Probezeit über eine rote Ampel zu fahren, oder ein anderes Verkehrsdelikt zu begehen und deswegen zur Nachschulung gehen zu müssen.

Was passiert, wenn du während der Probezeit gegen die Verkehrsregeln verstößt?
Hier muss unterschieden werden, wie schwer das Vergehen ist:

  • Verwarnungsgelder, z. B. für falsches Parken, ziehen keine weiteren Maßnahmen nach sich.
  • Begeht man aber in den zwei Jahren einen Verkehrsverstoß nach Kategorie A (schwere Verkehrsverstöße) oder zwei Verkehrsverstöße nach Kategorie B (weniger schwere Verkehrsverstöße), so ordnet die Behörde die Teilnahme an einem Aufbauseminar an, welches nur von Fahrlehrern mit besonderer Seminarerlaubnis durchgeführt werden darf. Die Probezeit verlängert sich dann von zwei auf vier Jahre. Bei Nicht-Teilnahme am Aufbauseminar wird die Fahrerlaubnis entzogen! Die Behörde kann in einzelnen Fällen auch die Teilnahme an einer verkehrspsychologischen Beratung empfehlen, die nur von speziell ausgebildeten Psychologen durchgeführt werden darf.

Hier findest du Beispiele für Verkehrsverstöße nach den Kategorien A und B.

A und B Verstöße

Beispiele für A-Verstöße

  • Unerlaubtes Entfernen vom Unfallort
  • Fahrlässige Tötung
  • Fahrlässige Körperverletzung
  • Nötigung
  • Gefährliche Eingriffe in den Straßenverkehr
  • Gefährdung des Straßenverkehrs
  • Trunkenheit im Verkehr
  • Vollrausch
  • Unterlassene Hilfeleistung
  • Führen oder Anordnen oder Zulassen des Führens eines Kraftfahrzeugs ohne Fahrerlaubnis, trotz Fahrverbot oder trotz Verwarnung, Sicherstellung oder Beschlagnahme des Führerscheins
  • Verstöße gegen das Rechtsfahrgebot, die Geschwindigkeit, den Abstand, das Überholen, die Vorfahrt, das Abbiegen, Wenden und Rückwärtsfahren, die Benutzung von Autobahnen und Kraftstraßen, das Verhalten an Bahnübergängen, das Verhalten an öffentlichen Verkehrsmitteln und Schulbussen, das Verhalten an Fußgängerübergängen, übermäßige Straßenbenutzung, das Verhalten an Ampeln, Dauerlichtzeichen, dem STOP-Schild sowie gegenüber Haltezeichen der Polizei
  • Gebrauch oder Gestatten des Gebrauchs unversicherter oder nicht zugelassener Kfz oder Anhänger
  • Fahren unter dem Einfluss von Alkohol und Drogen
  • Befördern von Fahrgästen ohne die entsprechende Fahrerlaubnis zur Fahrgastbeförderung

B-Verstöße
Weniger schwer wiegende Zuwiderhandlungen, sofern sie nicht zu den A-Verstößen zählen.

Sicheres Fahren

So solltest du dich als Fahrer verhalten:

  • Sei dir immer bewusst, dass Autofahren gefährlich sein kann. Also konzentriere dich gut, damit du rechtzeitig reagieren kannst.
  • In der Fahrschule konntest du schon einige Erfahrungen im Straßenverkehr sammeln. Dennoch gibt es viele Situationen, die du in der Fahrausbildung noch nicht kennen gelernt hast. Deshalb solltest du dir nach jeder Fahrt überlegen: Wie bin ich heute gefahren? Gab es kritische Situationen? Habe ich mich sicher gefühlt? Was muss ich mir merken und was kann ich in ähnlichen Situationen besser machen?
  • Lasse dich nicht von Mitfahrern und Freunden zu einem wilden Fahrstil verleiten, nur um ihnen zu imponieren. Schließlich geht es um deine eigene Sicherheit!
  • Sei für Tipps von erfahrenen Autofahrern offen, aber prüfe diese auch kritisch. Denn oftmals haben sich bei langjährigen Fahrern große Fehler eingeschlichen.
  • Informiere dich vor jeder Fahrt über mögliche Gefahren, die auf der Strecke lauern können und vergewissere dich, dass du den Weg kennst. Meide anfangs noch, in Zeiten mit hohem Verkehrsaufkommen zu fahren und umfahre Straßen mit Baustellen.

Aber auch als Beifahrer kannst du einiges bewirken!
Hilf dem Fahrer, indem du aktiv mitschaust und warne ihn frühzeitig, wenn du Gefahr aufkommen siehst. Wenn du dich bei dem Fahrstil des Fahrers nicht wohl fühlst, dann sag ihm das.